Pfefferminztee: Gewinnung, Wirkung und Zubereitung

Der Pfefferminztee gehört wohl zu den Teesorten mit dem markantesten Geruch und Geschmack. Bereits die reine Pflanze versprüht ein sehr charakteristisches Aroma, welches, und dies ist ganz klar ihrer vielen Einsatzgebiete geschuldet, von den meisten Menschen sofort erkannt wird. Jedoch kommt die reine Pfefferminzpflanze in der Natur eigentlich gar nicht vor. Denn tatsächlich handelt es sich bei Pfefferminze um eine aller Wahrscheinlichkeit nach zufällige Kreuzung aus M. Aquatica (Bachminze) und M. Spicata (Waldminze), zwei zur Gattung der Minzen gehörenden Pflanzen. Generell ist die Abgrenzung zwischen den einzelnen Minzen jedoch recht schwierig, da die meisten Minzarten stark zur Bastardisierung neigen.

Erstmals gezielt angebaut wurde die Pfefferminze ca. 1750. Bereits damals wurde sie als Heilpflanze eingesetzt und für diesen gebrauch als Pfefferminztee aufgegossen. Die am meisten genutzte Sorte ist die dunkelgrüne Pfefferminze. Sie trägt den Namen Mitcham, wohingegen die hellere Pfefferminze eher selten Verwendung bei einem guten Pfefferminztee findet.

Zubereitung

Um aus der Pfefferminzpflanze einen guten Pfefferminztee zu machen, genügt es, die Blätter ganz klassisch aufzugießen. Dies kann sowohl in Form von bereits in Teebeuteln abgepackten getrockneten Blättern, als auch mit selbst dosierten Portionen geschehen. Dabei ist es letztlich egal, ob die Blätter für den Pfefferminztee vorher getrocknet wurden oder frisch mit heißem Wasser aufgegossen werden. Die Wirkung ist stets dieselbe. Die in den Blättern der Pflanze enthaltenen ätherischen Öle, welche hauptsächlich aus Menthol bestehen, werden beim Aufgießen an das Wasser abgegeben und können anschließend in Form des Pfefferminztees ihre Wirkung entfalten. Neben den ätherischen Ölen liefert der Pfefferminztee überdies vor allem Flavonoide, also reine Pflanzenstoffe, Gerbstoffe sowie wachsartige Substanzen.

Die heilende Wirkung von Pfefferminztee liegt vor allem im in den ätherischen Ölen enthaltenen Menthol. Dieses ist zwar auch in anderen Minzarten, wie beispielsweise der japanischen Minze, enthalten, hat jedoch nur bei der echten Pfefferminze den typisch ausgeprägten Geschmack. Da das Menthol im Pfefferminztee vor allem schleimlösend wirkt, wird er hauptsächlich als natürlicher Hustenlöser genutzt. Dies erklärt auch, warum Pfefferminze ebenfalls in vielen Hustenbonbons enthalten ist. Eine weitere gute Wirkung des Menthols im Pefferminztee ist die Anregung der Gallenproduktion. Daher eignet sich Pfefferminztee sowie alle weiteren oral einnehmbaren Produkte auf Basis der Pfefferminze ausgezeichnet für die Linderung von krampfartigen Beschwerden des Verdauungstraktes. Gleichzeitig sollte daher bei einer Gallenblasenentzündung oder einem Verschluss der Gallenwege in jedem Fall auf Pfefferminztee verzichtet werden.

Pfefferminztee als Arzneimittel

Trotz der vielen verschiedenen Anwendungsgebiete der Pfefferminze und des Pfefferminztees sollte nicht vergessen werden, dass für eine seriöse arzneiliche Anwendung von Pfefferminztee die Dosierung der lindernd wirkenden Stoffe in einem einfachen Tee zu gering ist und er daher lediglich unterstützend aber auf keinen Fall allein zur Heilung eingesetzt werden kann.

Besonders in den meisten durch die arabische Kultur geprägten Ländern ist der Pfefferminztee ein Nationalgetränk. Jedoch wird er hier traditionell in verzierten Gläsern statt, wie bei uns, in klassischen Teetassen serviert. Weiterhin werden für einen echten arabischen Pfefferminztee ausschließlich frische, das heißt noch grüne, Blätter genutzt, welche auch während des Verzehrs noch im Glas verbleiben. Dies gibt dem Pfefferminztee eine sehr erfrischende Erscheinung.

Foto: LianeM – Fotolia.comSimilar Posts:

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