Hauptsache fair – Fairtrade schafft bessere Arbeitsbedingungen für Teepflücker

Hauptsache fair – Fairtrade schafft bessere Arbeitsbedingungen für Teepflücker Tee ist weltweit das zweitbeliebteste Getränk nach Wasser. Ebenso wie Kaffee und Kakao wird auch Tee größtenteils auf Plantagen in Ostafrika, Sri Lanka oder Indien angebaut – und zwar oftmals unter extrem schlechten Arbeitsbedingungen. Der Kauf von fair gehandeltem Tee kann helfen, dies zu ändern.

Arbeitsbedingungen für Teepflücker

Für Teepflücker dauert der Arbeitstag häufig von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang – und das, obwohl Teepflücken eine körperlich äußerst anstrengende Tätigkeit ist, die Plantage in der Regel an sehr steilen Hängen liegt und der Tee komplett per Hand gepflückt wird. Der Lohn fällt trotzdem sehr gering aus. So verdient eine erfahrene Teepflückerin – meist handelt es sich um Frauen – in Sri Lanka, einem der Hauptanbaugebiete für Tee, etwa 450 Rupien pro Tag, also circa drei Euro. Dafür muss sie 18 Kilogramm Teeblätter sammeln. Die Teepflückerinnen stehen in der Plantagen-Hierarchie ganz unten, über ihnen kommen die Aufseher, die darauf achten, dass beim Pflücken kein Strauch vergessen wird. Zwar sind die Plantagen inzwischen meist mit besseren Unterkünften, Schulen und Gesundheitsstationen ausgestattet als noch vor einigen Jahrzehnten – die medizinische Versorgung und die Schulbildung der Kinder lässt jedoch noch immer stark zu wünschen übrig. Auch Gewalt und sexuelle Übergriffe sind auf vielen Teeplantagen an der Tagesordnung.

Fairtrade-Standards für Tee

Plantagen und Kleinbauern-Familien, die Teil des Fairtrade-Systems werden möchten, verpflichten sich, strenge Umwelt- und Sozialbedingungen einzuhalten. So muss auf der Plantage eine eigenständige Vertretung der Beschäftigten erlaubt sein. Zwangs- und Kinderarbeit für Kinder unter 15 Jahren ist strikt verboten. Werden Jugendliche über 15 Jahren beschäftigt, darf ihre Schulbildung nicht unter der Arbeit leiden. Außerdem dürfen sie keine gesundheitsgefährdenden Tätigkeiten ausüben. Die Löhne auf Fairtrade-Plantagen müssen den gesetzlichen Mindestlöhnen oder den branchenüblichen Tariflöhnen entsprechen. Nicht zuletzt müssen Vorkehrungen zur Sicherheit am Arbeitsplatz und zum Gesundheitsschutz getroffen werden, um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden. Eine Besonderheit ist die Fairtrade-Prämie, die dazu dienen soll, gemeinschaftliche Projekte zu finanzieren. Über die Verwendung der Fairtrade-Prämie muss demokratisch entschieden werden.

Die Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern

Tee wird in Europa zu äußerst günstigen Preisen angeboten – und das ist meist nur möglich, weil die Teepflücker in den Anbaugebieten zu Hungerlöhnen und ohne soziale Absicherung arbeiten. Wer beim Kauf von Tee fair gehandelte Produkte bevorzugt, trägt im Kleinen zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen dieser Teepflücker bei.

Bild: mihi – Fotolia


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