Geschichte des Teebeutels: Ist er heute zu Recht verpönt? (Teil 2)

Doch mit der Entdeckung von Sullivan und seiner Kunden war die Entwicklung des Teebeutels noch lange nicht abgeschlossen. Für Sullivan war es eine positive Entdeckung, denn die Bestellungen häuften sich.

Nachahmer wie etwa der Brite John Horniman wollten die durchweg vorhandene Verunreinigung des Tees durch andere Blüten begegnen und versiegelte seinen Teebeutel aus Papier mit Klebstoff. Dieser war allerdings bei direkter Verwendung im Wasser zu schmecken… Welch schauriger Gedanke!

Der Doppelkammerbeutel

Erst in den 1930er Jahren verhalf ein Dresdner Ingenieur namens Adolf Rambold, der damals bei der Dresdner Firma Teekanne tätig war, dem Teebeutel zum endgültigen Durchbruch, auch in Europa: Teekanne brachte zunächst einen eigenen Aufgussbeutel und zwanzig Jahre später den Doppelkammerbeutel mit Heftklammerverschluss, wie er heute noch verwendet wird, auf den Markt. Bis heute hält die Firma das weltweite Patent.

Der Doppelkammerbeutel wird aus feinem Filterpapier gefaltet und nicht geklebt. Der Tee wird in zwei Kammern optimal vom Wasser umspült, so dass sich das Aroma frei entfalten kann. Neben diesen Erfindungen entwickelte Rambold auch mehrere Teebeutelverpackungsmaschinen, die erste 1929, eine weitere nach dem zweiten Weltkrieg 1949, die sogenannte Constanta. Die Constanta wurde bereits im neu gegründeten Spezialunternehmen Teepack (Meerbusch) konzipiert, dessen Mitinhaber Rambold war. Bis heute vermarktet das Unternehmen (gehört zur Teepack-Teekanne Gruppe) Teebeutelverpackungsmaschinen, die nicht nur vom Namen her voll in der Tradition Rambolds stehen.

Welche Bedeutung der Teebeutel heute hat, erfahrt Ihr morgen in Teil 3. Similar Posts:

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