Teezeremonie in der Türkei

Natürlich ist der Tee auch in der Türkei ein sehr beliebtes Getränk.

Vermutungen besagen, dass der Tee einst über das Osmanische Reich in die Türkei kam, was zurückzuführen ist, auf das Wort „Çay“, welches im Türkischen für Tee steht und stark an das chinesische Wort „Cha“ erinnert.

Mehrfach versuchten die Türken, den Tee bei sich anzubauen, erstmals 1888. Doch immer wieder missglückten diese Versuche, bis eine Expedition nach Georgien unternommen wurde.


Dort wurde der Tee bereits erfolgreich angebaut. Gingen die Türken bis zu dieser Expedition im Jahre 1917 davon aus, dass die klimatischen Bedingungen für die Erfolglosigkeit beim Teeanbau verantwortlich waren, wurden sie durch diese Reise eines Besseren belehrt. Denn am Schwarzen Meer herrschen ähnliche Bedingungen, wie in Georgien.

Mit neuen Teesamen kam die Gruppe, die in Georgien war, nach einiger Zeit zurück, es begann erneut der Versuch Tee anzubauen, dieses Mal mit durchschlagendem Erfolg. Heute ist die Türkei der fünftgrößte Produzent von Tee. Das ist allerdings recht unbekannt, da kaum Tee aus der Türkei exportiert wird, hierfür ist einfach der Eigenverbrauch zu hoch.

Heute befindet sich das größte Teeanbaugebiet der Türkei in der Provinz Rize, wo der Rize-Çay angebaut wird, ein sehr kräftiger, aromatischer, schwarzer Tee. Die Tassenfarbe ist leicht rötlich eingefärbt.


Die Zubereitung

Im Laufe der Jahre hat sich in der Türkei natürlich eine ganz spezielle Zubereitung für den Tee etabliert, die stark an die russische Teezeremonie erinnert. Es wird in der Türkei ein so genannter Semaver eingesetzt, der jedoch nach den gleichen Prinzipien, wie der russische Samowar arbeitet.

Nachdem das Wasser eingefüllt wurde, wird es von innen erhitzt, heute fast nur noch elektrisch, früher auch mit Kohle. Zusätzlich kommt eine kleinere Kanne zum Einsatz, die das Teekonzentrat enthält. Sie wird auf die größere Kanne aufgesetzt und somit durch diese beheizt. Für ein Glas Tee wird in der Türkei ein Teelöffel der Teemischungen eingesetzt, zusätzlich wird ein Teelöffel für die Kanne hinzugegeben. Mit lauwarmen Wasser wird der Tee kurz durchgespült, um zunächst etwas ziehen zu können. Danach wird die obere Kanne mit heißem Wasser aus der unteren Kanne aufgefüllt.

Für etwa 15 Minuten sollte das Ganze ziehen, danach wird es durch ein Teesieb gegeben und je nach Geschmack kann das Konzentrat noch weiter mit Wasser verdünnt werden. Typisch für das Teetrinken in der Türkei ist ein starkes Zuckern des Tees. Denn das Konzentrat wird sehr stark zubereitet, so dass der Tee ohne ausreichend Zucker kaum genießbar wäre. In der Regel erfolgt die traditionelle Zubereitung mit einem solchen Semaver in den Teegärten, die auch als Çay Bahçesy bekannt sind.  Hier kommen sehr große Geräte zum Einsatz, im privaten Haushalt verwenden die Türken dagegen ein kleineres Pendant, den so genannten Çaydanlik. Dabei gibt es zwar ebenfalls eine untere Kanne, doch wird diese nicht beheizt, sondern erhält die Hitzezufuhr durch den Herd, auf dem sie steht.

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