Ostfriesland: Die Tradition der „Tee-tiet“

Oft heißt es, die Ostfriesen seien ein komisches und teils sonderbares Volk. In Wirklichkeit jedoch sind die Ostfriesen sehr liebevolle und gastfreundliche Menschen. Sie lieben ihre Traditionen und schätzen erholsame und entspannende Stunden, am liebsten in Gesellschaft. Natürlich darf der typisch ostfriesische Tee nie fehlen. Die „Tee-tiet“, übersetzt Teezeit, ist den Ostfriesen heilig.

„Tee-tiet“ – Oase der Ruhe und Geselligkeit

Das tägliche Teetrinken ist fast so etwas wie ein Ritual der Ostfriesen. Mehrmals täglich gönnen sie sich eine kurze Verschnaufpause vom Alltag und genießen ihre „Tee-tiet“. Der Tee ist ein fester Bestandteil ostfriesischer Geselligkeit. Ob im Familienkreis oder wenn Gäste zu Besuch kommen, eine gute Tasse Tee darf auf keinen Fall fehlen. Der typische Ostfriesentee ist eine Schwarzteemischung aus Assamtees, gelegentlich auch mit Ceylon und Darjeeling. Die Zusammensetzung kann variieren. Zum Tee passen unter anderem Gebäck wie Butterkekse und selbstgemachte Waffeln.

Das Ritual der „Tee-tiet“

Besonders wichtig ist den Ostfriesen neben einer guten Teesorte die richtige Zubereitung des Tees. Hierzu wird zunächst Wasser gekocht. Dass Wasser sollte weich und rein sein. Mit dem ersten Schuss Wasser wird die Kanne vorgewärmt. Erst danach werden die Teeblätter in die Kanne gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Zunächst befüllt der Ostfriese nur ca. 1/3 der Kanne, nach 2-3 Minuten wird aufgefüllt. Bei der Zubereitung seines Tees spielt die Zeit für den Ostfriesen keine Rolle. Ein Stövchen hält den Tee warm. Nach rd. 3-5 Minuten ist der Tee fertig. In eine Tasse, die bei der typischen ostfriesischen „Tee-tiet“ eher klein ausfällt, wird zunächst ein Stück Kandis, auch Kluntje genannt, gelegt. Über ein Sieb wird dann der Tee in die Tasse gefüllt, danach kommt die flüssige Sahne. Es gilt der Grundsatz „Bloß nicht rühren“. Der Tee wird Schicht für Schicht genossen. Während der Teezeit werden durchschnittlich 2-3 Tassen getrunken, ein Löffel in der Tasse signalisiert, bitte nicht mehr nachschenken.

„Tee-tiet und andere Traditionen“

Die Ostfriesen haben eine Reihe von Sitten und Gebräuchen, die seit Jahrzehnten Tradition sind. Hierbei stehen stets die Geselligkeit und der Spaß im Vordergrund. Die wohl wichtigste Tradition ist und bleibt jedoch die tägliche Teezeit.

Das Bild stammt von: Eva Gruendemann – FotoliaSimilar Posts:

1 Antwort auf “Ostfriesland: Die Tradition der „Tee-tiet“”

  1. Sara sagt:

    Es ist sehr schönes traditionsgebundenes Ritual, das für Entspannung und gute Stimmung sorgt und dadurch positiv die Gesundheit des Menschen beeinflusst. Ich bin überzeugt, dass Tee große Kraft verbirgt. Diese Kraft stärkt diejenigen, die sie trinken und verleiht an sie positive Energie. Es wäre also empfehlenswert sich dieser Tradition zu nähern.

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