Die Geschichte des Tees (2): Von Asien nach Europa

Nach und nach setzte sich der Tee in China und Japan durch.
So wurde Tee 621 n. Chr. „Staatstrunk“ deklariert. Mönche, die aus China kommend den Buddhismus in Japan einführten, machten auch die Teekultur im Lande bekannt. 800 Jahre später wurde Tee gar Volksgetränk in Japan und um 1500 war die japanische Teezeremonie Chanoyu fest als Ritual etabliert.

Den langen Weg nach Europa schaffte der Tee, als er durch die Holländisch-Ostindische-Compagnie über Amsterdam eingeführt wurde. Das war 1610. Anschließend vergingen satte 47 Jahre, ehe in London das erste Teehaus eröffnete. Die Compagnie hatte zu diesem Zeitpunkt ein Fernost-Monopol. Der Handel wurde insbesondere von Java aus betrieben. Auf Segelschiffen brachten Sie den Tee nach Amsterdam.
Ab 1699 ging dann der Teehandel über das Meer auf die Britisch-Indische-Compagnie über, die bis 1833 das China-Monopol innehatte.

Beschwerlicher Seeweg
Die Reise von China oder Japan nach England war beschwerlich: Sie dauerte sechs bis neun Monate. Verzögerungen um ein Jahr durch Monsunwinde waren keine Seltenheit. Dementsprechend litt das Aroma des Tees, Hitze und Feuchtigkeit machten den Tee teilweise ungenießbar.
Nach Ende des China-Monopols 1834 und der Abschaffung des englischen „Navigation Acts“ 1849, nach dem Waren aus Übersee nur über britische Schiffe eingeführt werden durften, kam es zu heftiger Konkurren, vor allem durch die Amerikaner. Um die Reisedauer zu verkürzen, entstanden die Tee-Clipper, Segelschiffe mit vier oder mehr Masten, scharfem Bug und schlankem Rumpf.
Im Jahr 1866 kam ein britischer Tee-Clipper bereits nach 99Tagen in England an. Fortan kam es zu regelrechten Clipper-Rennen auf den Weltmeeren.

Opium fürs Volk
Aber die Chinesen, damals die einzigen großen Teeproduzenten, fordern unerschwingliche Preise, was die Engländer ermutigt, Opium in China einzuschmuggeln, um dort eine Abhängigkeit entstehen zu lassen und somit über eine Tauschwährung zu verfügen. So kommt es zum Opiumkrieg. Angesichts der wachsenden Nachfrage in der westlichen Welt beginnen die Engländer, Anbaugebiete ab 1834 in Indien und ab 1857 auf der Insel Ceylon zu entwickeln.
Besonders beliebt und erfolgreich war der Clipper „Cutty Sark“ (siehe Foto), 1869 erbaut, der noch heute in der Themse besichtigt werden kann. Sogar eine Hundezuchtrasse ist nach diesem Schiff benannt.
Mit der Eröffnung des Sueskanals 1869 verkürzte sich der Weg zu den Tee-Anbaugebieten erheblich – nach Sri Lanka etwa um 7.000 km. Gleichzeitig lösten Dampfschiffe die Clipper ab.

(Bild-)Quellen:
Deutscher Teeverband e.V.
www.cuttysark.org.uk/
www.ernst-janssen.com bzw. Tee-Almanach
www.palaisdesthes.com/ger/Similar Posts:

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