Wetter und Teepreise

Hallo liebe Teefreunde!
 

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Leastea.de zum Thema Teepreise:


Was hat unsere Umweltveränderung mit den Teepreisen zu tun? Die Zeitungen sind gefüllt von Berichten über Wetterveränderungen in den unterschiedlichsten Ländern.
Wir hören von sintflutartigen Regenfällen, Vulkane werden wieder aktiv, Erdbeben treten vermehrt auf und das Wetter ist auch in Europa nicht mehr den 'normalen' Jahreszeiten zuzuordnen. Auch diese Veränderungen des Wetters sind in Asien zu beobachten.
In diesem Jahr besonders in China und so bangen die Menschen um ihre Ernten und auch die Teeernten. In vielen Gegenden, in denen große Mengen Tee angebaut und geerntet werden, hat es die Tee-Ernte betreffende Wetterveränderungen gegeben.
In manchen Provinzen gab es kaum Regen und wiederum in anderen eine lange Kälteperiode. 
In der Jiangsu Provinz hat es spät Frost gegeben, gefolgt von einem sehr kalten Regen. Unter diesem Wettereinfluss litten die kleinen Blätter und der Welkprozess begann schon an den Teesträuchern. Aufgrund dieser Bedingungen sind die ersten Einschätzungen zur Ernte gemacht worden und man vermutet, dass diese bis zu 50% geringer ausfallen wird als im letzten Jahr. Folgerichtig hat sich der Preis für Tee schon um 1/4 für die gleiche Menge des Vorjahres verteuert. Man vermutet, dass das eventuell noch nicht das Ende ist und erwartet weitere Preiserhöhungen.   

   

In Hangzhou, der Gegend für den bekannten und edlen grünen Tee Dragon Well (oder auch Long Jing), hat es nach Informationen der lokalen Teebauern, den kältesten Frühling seit 10 Jahren gegeben. 30% der Teegärten in der West Lake Region sind von diesem Wettereinfluss betroffen. Die Teebauern rechnen in diesem Jahr mit einer niedrigeren Ernte und hohen Verlusten.
Die erste Ernte in diesem im Frühjahr hatte zum Teil eine Verzögerung von 10 Tagen.
In den niedrigeren Lagen war die Ernte betroffen von Frost und in den Bergen von intensiven Schneefällen. Dennoch hat die erste Ernte des Dragon Well stattgefunden und der Tee wurde nach Beijing geflogen, verkauft und hat Höchstpreise erzielt.
  In der Jiangxi Provinz hat die Frühlingsernte verspätet stattgefunden und kleinere Mengen standen zum Verkauf. Auch hier ist die Ernte zu einem höheren Preis verkauft worden.


Die vielleicht am stärksten betroffene Region ist der Südwesten, die Provinz Yunann der Heimat des Pu-Erh Tees. Dort hat es die längste Trockenperiode der letzten 50 bis 100 Jahre gegeben.
Das hat zur Folge, dass zu wenig geerntet werden kann und auch der 'Nachwuchs zu gering ausfallen wird. Pu-Erh Tee hat sich in den letzten Jahren seinen Rang erobert, ganz besonders bei den hochwertigen Tees.
Die Preise dieser Premium Tees konnten einen enormen Anstieg in den letzten 10 Jahren verzeichnen und werden durch das Ausmaß des Wetter einen weiteren 'Hype' erleben.


Die Produktion des Frühjahrs in Yunann ist nach Aussagen der 'Yunann Tea Garden Group' um 50% geringer als im letzten Jahr.
Im Norden von Fujian hat es eine weiter Kälteperiode gegeben und so die neue Ernte beschädigt. Dies wird ganz besonders einen Einfluss auf die Schwarztee Produktion haben. Auch hier sind die Preise für Premium Schwarztees um 1/3 des Vorjahres für das gleiche Gewicht gestiegen.

Aber es gibt auch noch Lichtblicke und positive Berichte aus dem Süden der Fujian Provinz. Es wird eine der besten Ernten für Tie Guan Yin oder auch Ion Göddes of mercy der letzten 5 Jahre. Ein angenehmer Frühling mit leichtem Sprühregen, gefolgt von einer Fülle von Sonne mit den passenden Temperaturen hat sowohl die Ernte als auch die Preise 15-30% steigen lassen.  
Die Vermutung liegt nahe, dass das gute Wetter und die Ernte einen Wechsel der Käufe in die südliche Fujian Provinz beeinflussen kann. Leider haben darunter die Provinzen Jiangxu, Zhejiang, Yunann und auch der Norden von Fujian zu leiden.
 

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2 Antworten auf “Wetter und Teepreise”

  1. Torsten sagt:

    Die klimatischen Entwicklungen sind sehr beängstigend. Auch in Darjeeling war das Wetter für die diesjährigen Tees alles andere als optimal. Hinzu kommen teils ausgelaugte Pflanzen, so dass die 2010er First Flush Ernte eher mau ist, aber dennoch nicht gerade günstig! Da viele Produktionsbetriebe auch noch die Verarbeitung umgestellt haben und die Fermentation der Tees vorzeitig beenden, sind diese oft auch nicht mehr so vollmundig, sondern eher dünn. In Asien und den USA sind die Darjeeling-Tees in dieser Art wohl beliebter, in Europa ist das aber nicht der Fall. Somit sorgen 3 Hauptfaktoren dafür, dass die Darjeeling Tees nicht mehr so „gut“ sind, wie noch vor 10-15 Jahren. Nepal holt auf und liefert teilweise wirklich gute alternative Tees zu moderaten Preisen. Wer also einen traditionellen Darjeeling bevorzugt, sollte auf jeden Fall mal ein Blick auf die Nepal-Tees werfen!

    Viele Grüße

    Torsten

  2. Marc sagt:

    Übrigens ist diese Entwicklung ist auch Kaffeeanbaugebieten zu spüren. Hier ist der Rückgang auch bei der Quantität stark spürbar. Was sich ebenfalls auf die Preis auswirkt. Nachzulesen unter http://www.teeheimat.de/tee-blog/43-wird-kaffee-bald-unbezahlbar

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