Genmaicha

Hallo liebe Teefreunde,


eine Grippe hat uns alle etwas erwischt und daher mußte ich leider eine Schaffenspause einlegen.

Nun geht es aber wieder weiter und ich stelle Euch hiermit den Genmaicha etwas näher vor.

Viel Vergnügen beim lesen…

Beste Grüße und eine schöne Woche wünscht


Dr. Tea



Was ist Genmaicha?

Der Genmaicha zählt zu den grünen Tees, ist jedoch eine besonders exotische Mischung. Das Wort „Genmai“ bedeutet übersetzt so viel wie Naturreis. Begründet ist der Name durch die Mischung von grünen Blatt-Tees mit gerösteten Reiskörnern. Im Geschmack ähnelt der Genmaicha dem Bancha. Bis zu 50 Prozent der gerösteten Vollkorn-Reiskörner können im Genmaicha enthalten sein. Viele verwechseln die Reiskörner auch gerne mit Popcorn, doch dieses wird aus Mais hergestellt.

Die Grundlage für den Genmaicha bilden übrigens die Blätter des Bancha-Tees. Auch farblich bemerkt man schnell die Basis des Genmaicha-Tees, denn die typische Bancha-Farbe bleibt in dem hellgrünen Aufguss erhalten.


Der Geschmack

Der Genmaicha weist einen einzigartigen Geschmack auf, der leicht nussig, leicht süß aber auch etwas nach Karamell schmeckt. Durch den leichten Reis-Geschmack wird der oft als herb empfundene Bancha deutlich abgemildert.

In Japan wird Genmaicha besonders gerne getrunken. Die Japaner lieben den Tee zum Nachmittag. Die verbleibenden Reiskörner werden dann gerne als Knabberei nach dem Tee genossen. Doch genauso passt der Genmaicha zu Fischsorten, die am Mittag oder Abend genossen werden. Alles in allem ist der Genmaicha ein Tee, der zu allen Tageszeiten genossen werden kann, da er weder einen zu schwachen, noch einen zu aufdringlichen Geschmack aufweist.

Der Genmaicha ist etwas für Liebhaber von exotischen Mischungen der besonderen Art. Durch den Reisgeschmack fühlt man sich gleich in Asien heimisch. Wer jedoch den Genmaicha einmal verkostet und sich von dem einzigartigen Aroma überzeugt hat, der wird kaum einen anderen Tee mehr genießen wollen. Denn die bezaubernde, süßliche Note, die anderen Grüntees oft fehlt, ist beim Genmaicha in jedem Fall gegeben.


Geschichtliche Legenden um den Genmaicha

Die Geschichte, die sich um den Genmaicha Tee rankt, ist zwar wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen, birgt aber sehr interessante Legenden. So soll der Tee eigentlich eher zufällig entstanden sein, und das bereits im 15. Jahrhundert. Die Grüntees werden grundsätzlich leicht erhitzt, um die Fermentierung zu vermeiden. Diese würde dafür sorgen, dass die Teeblätter ihre typische grüne Farbe verlieren, doch gerade sie soll bei grünem Tee erhalten bleiben.

Nun trug es sich laut Legenden so zu, dass ein unachtsamer Diener den raren und wertvollen Tee zu lange erhitzt hat. Zusätzlich soll er ihn noch mit Reiskörnern verunreinigt haben. Als sein Herr das mitbekam, ließ der Samurai den Diener töten. Kurz darauf probierte er den vermeintlich missratenen Tee und stellte erschüttert fest, dass dieser einen ganz einzigartigen Geschmack aufwies.


Spätere Entwicklung

Zwar gibt es auch Stimmen, die behaupten, dass der Genmaicha bereits seit Tausenden von Jahren bekannt ist, doch ist die überlieferte Legende noch die am weitesten verbreitete. Neben den Bancha-Teeblättern, die gemeinhin als Basis für den Genmaicha-Tee verwendet werden, gibt es diesen Tee ebenfalls auf Basis von Sencha. Welche der beiden Varianten der Einzelne bevorzugt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen, das ist eine reine Frage des Geschmacks.

In jedem Fall wurde der Genmaicha insbesondere in den Zeiten sehr häufig zubereitet, als der Tee knapp war. Als eines der teuersten Wirtschaftsgüter wurde der Tee mit gerösteten Reiskörnern versetzt, um ihn so zu strecken und ergiebiger zu machen. Erst deutlich später, als Tee weiter verbreitet war, wurde der Genmaicha mehr wegen des Geschmacks, als wegen der Sparsamkeit der Rohstoffe genossen.


Anbaugebiete für Genmaicha

Konkrete Anbaugebiete für den Genmaicha lassen sich nur schwerlich bestimmen, da es immer darauf ankommt, welche Teesorte als Basis verwendet wird. In der Regel werden jedoch alle Teesorten, die für den Genmaicha verwendet werden, in Japan angebaut.

Am häufigsten ist dort der Sencha Tee zu finden. Dieser Grüntee macht ungefähr drei Viertel der gesamten Tee-Produktion Japans aus. Für den Sencha Tee werden ausschließlich Teeblätter aus der ersten Pflückung verarbeitet. Meist werden jedoch nur die obersten Blätter gepflückt, da in diesen die meisten Wirkstoffe enthalten sind.

Der Bancha hingegen wird erst später  gepflückt, etwa zwei Wochen nachdem die Haupternte abgeschlossen ist. Hierbei werden die nachgewachsenen Blätter genutzt, außerdem enthält der Bancha noch Bestandteile von Stängeln. Es kommen somit gröbere Bestandteile zum Einsatz, die auch etwas weniger Wirkstoffe enthalten. Dadurch ist der Bancha günstiger im Preis. Dennoch behält er ein großartiges Aroma, das verzaubern kann.


Die Anbaugebiete im Überblick

Als bekanntestes Anbaugebiet für Tee in Japan ist sicherlich die Region um Shizuoka zu nennen. Gut die Hälfte aller japanischen Tees wird dort hergestellt. Der Sencha Tee wird aber auch in der Region Hishida angebaut, wo besonders gute Qualitäten erreicht werden.

Genauso werden Tees in den japanischen Regionen Uji, Kyoto und Fukuoka angebaut. Die buddhistischen Mönche sollen den grünen Tee, im Übrigen die einzige Teeart, die in Japan angebaut wird, bereits vor mehr als 1.000 Jahren in das Land gebracht haben. Während der Sencha Tee in Japan am bekanntesten ist, wird für besonders festliche Anlässe und spezielle Tee Zeremonien eher der Matcha verwendet.


Die richtige Zubereitung für Genmaicha

Wie bei allen Grüntees kommt es auch beim Genmaicha, als Mischung aus grünem Tee und gerösteten Reiskörnern, auf die richtige Zubereitung an. Entscheidend sind hierbei das Wasser und dessen Hitze, wenn der Tee damit übergossen wird.

In jedem grünen Tee sind so genannte Tannine enthalten. Dabei handelt es sich um Bitterstoffe, die bei einem zu heißen Aufguss des Genmaicha Tees freigesetzt werden. Um den daraus resultierenden bitteren Geschmack zu vermeiden, ist bei der Zubereitung einiges zu beachten. Grundsätzlich muss das Wasser zunächst zum Kochen gebracht werden. Danach sollte es jedoch auf 80° C herunter gekühlt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Tee sein angenehmes, mildes Aroma mit dem feinen Röstgeschmack erreicht.


Teemenge und Ziehzeit

Je Tasse Tee sollten etwa drei Gramm Genmaicha verwendet werden. Dies entspricht zwei bis drei Teelöffeln. Ausgegangen wird von einer kleinen Tasse, nicht jedoch von einem Kaffeebecher. Die Ziehzeit sollte nicht mehr als eine Minute betragen, wobei sich die Geister hier scheiden. Während einige eine Minute als ausreichend ansehen, sind andere Teeliebhaber bereits nach etwa 30 Sekunden mit dem Ergebnis zufrieden.

Als Faustregel gilt jedoch, dass sich die Ziehzeit bei mehrfachen Aufgüssen deutlich verkürzt. So sollte beim zweiten, dritten oder vierten Aufguss eine deutlich kürzere Ziehzeit genutzt werden, um das Aroma zu erhalten. Bei den sehr hochwertigen Genmaicha Sorten sind etwa drei bis fünf Aufgüsse möglich. Hier kommt es jedoch wiederum immer auf den individuellen Geschmack des Einzelnen an.

Ideal geeignet für das Servieren des Genmaicha sind im Übrigen dickwandige Tassen, die die Wärme des Wassers halten. Vor dem Aufguss sollten die Tassen zudem vorgewärmt werden. Hierfür ist lediglich heißes Wasser hinein zu gießen und nach einer Minute wieder abzuschütten.

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2 Antworten auf “Genmaicha”

  1. cool… Was es nicht alles so gibt!

  2. Genmaicha: Vorgestern gelesen, gestern gekauft, heute probiert, sehr lecker!

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