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Teesorten: Schwarzer Tee oder Schwarztee

In Kategorie (Schwarztee, Tee, Tee-Wirkung, Teesorten) von Doctea - Teelog-Admin

Was macht Schwarztee eigentlich so beliebt?
Wie läuft der Fermentationsprozess genau ab?
Welche gesundheitsfördernden Wirkungen hat Schwarztee oder: Hat er überhaupt welche?

All diese Fragen versucht Dr. Tea nach langer Recherche im Internet und in Büchern zusammenzufassen.

Dr. Tea’s Tipp für das Lesen des (langen) Beitrags: Kanne mit schwarzem Tee zubereiten und doppelt genießen.

Allgemeine Informationen
Schwarzer Tee besteht aus den getrockneten Blättern des Teestrauchs, botanisch als Camellia Sinensis bekannt. Dieser Strauch kann bis zu 15 Meter hoch werden. Traditionell kommt die Camellia Sinensis vor allem in China, Indonesien und Sri Lanka vor.

Geschichte des Schwarzen Tees
Die ersten Hinweise auf den Teestrauch der Camellia Simensis tauchen schon 2.700 v. Chr. in chinesischer Literatur auf. Erst 4.300 Jahre später, nämlich ca. 1.600 n. Chr. kam der Tee ganz allgemein über den Seeweg nach Europa. Schwarztee hingegen konnte zunächst nicht verschifft werden, weil er dadurch wertlos wurde. Dies gelang erst vor 200 Jahren.

Die Vollfermentierung – Kennzeichen des Schwarztees
Eine Unterscheidung ist ganz wesentlich: Nämlich die zwischen orthodox hergestelltem, d.h. per Hand geplücktem, Schwarztee und so genannten Broken Tees aus der CTC-Herstellung, die maschinell geplückt und anschließend zerkleinert werden.
Nur die orthodoxe Methode garantiert gute Blattees.
Das frische Teeblatt wird zunächst ca. 12 Stunden dem Welkverfahren unterzogen. Dabei befinden sich die Blätter bei ca. 26°C auf speziell belüfteten Welktischen.
Während dieses Vorgangs verliert das Blatt bis zu 30% seiner Feuchtigkeit und gewinnt an Geschmeidigkeit. Anschließend werden die Teeblätter unter vorsichtigem Druck gerollt. Dies passiert normalerweise maschinell und dauert ca. 30 Minuten.
Der Vorgang hat zum Ziel, die Säfte der Blattzellen zu lösen, dabei werden die Blätter leicht zerrissen.
Im "Ballbreaker" werden die Blätter nun geschüttelt und dabei wird eine erste Absiebung gewonnen, die von den jüngsten Blättern stammt.
Die gröberen Reste werden erneut durch die Rollmaschine geführt. Insgesamt geschieht dieser Vorgang drei Mal. Die drei unterschiedlichen Absiebungen werden dann bis zu 120 Minuten fermentiert. Dafür ist die hohe Luftfeuchtigkeit von 95% entscheidend.
Zum Abschluss seiner Reise durch die Teefabrik wird der Tee schließlich per Heißluft getrocknet.

Inhaltsstoffe von Schwarzem Tee
Schwarzer Tee ist vor allem durch seine kräftigen Geschmack und die vielfältigen Möglichkeiten der Aromatisierung beliebt. Allerdings enthält er durch den Oxidationsvorgang weniger Vitamine. Der Koffein- und Gerbstoffgehalt ist ebenso um ein Drittel niedriger als bei grünem Tee, die Wirkung ist jedoch etwas intensiver. Weil die Vitamine im Schwarztee fehlen, galt diese Teesorte lange nicht als Bestandteil einer gesunden Ernährung.
Heutzutage ist jedoch bekannt, dass der Inhaltsstoff Polyphenon (Catechine und Flavenole) positiv auf das Nervensystem wirkt. Außerdem hat der TeeEinfluss auf Stress, indem er den Blutdruck und die Konzentration des entsprechenden Hormons Kortisol senkt.

Folgende Stoffe wurden von Biochemikern im Schwarztee nachgewiesen

 

  • Alkaloide
  • Koffein und Adenin (ca. 20 bis 50 mg je 150 ml)
  • Theophyllin
  • Teegerbstoffe
  • Ätherische Öle
  • Mineralien und Spurenelemente: Mangan, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Phosphat, Fluor;
  • Vitamine: B1, B2, Pantothensäure.

(Quelle: aok.de)

Wirkung von Schwarzem Tee
Das Koffein im Schwarztee wird wegen der Fermentierung langsamer vom Körper verarbeitet und wirkt intensiver. Schwarztee stimuliert das zentrale Nervensystem und fördert die Konzentrations- sowie die Reaktionsfähigkeit. Das Koffein ist außerdem an Gerbstoffe gebunden, die erst im Darm gelöst werden.
Diese Gerbstoffe sind zu 8 bis 20% im Tee enthalten. Sie wirken beruhigend und stablisierend auf den Magen- und Darmtrakt, schützen vor Bakterien und bakteriell verursachtem Durchfall. Daneben enthält Tee Spuren ätherischer Öle, die den Geschmack ausmachen. Kalium aktiviert Enzyme. Mangan senkt den Blutzucker-Spiegel. Das Theophyllin und das Theobromin wirken entwässernd und regen das Zentral-Nerven-System an.
Außerdem ist nachgewiesen, dass Tee den Cholesterinspiegel senkt. Einen positiven Effekt soll Schwarztee auf die Zahngesundheit haben: Karies auslösende Bakterien sollen bei regelmäßigem Schwarzteegenuss durch das im Tee enthaltene Fluor verschwinden, ergab eine Studie der University of Illinois.
Wird der Tee mit Milch getrunken, werden die gesundheitsfördernden Wirkungen verringert, so besagt es eine Studie der Berliner Charite.

Tipp zur Zubereitung:
Je nach Mineraliengehalt und Härtegrad des zum Tee-Aufbrühen verwendeten Wassers kann der Schwarztee recht unterschiedlich schmecken.

Dr. Tea empfiehlt daher weiches Wasser mit einem Härtegrad unter 8 zu verwenden und es ggf. zu filtern. Liegt ein Film auf dem aufgebrühten Schwarztee ist dies ein Hinweis für zu kalkhaltiges Wasser.

Weiterführende Informationen im Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarztee
www.schwarztee.de
www.teehaus-bachfischer.de
www.teaeasybuy.de
www.teegeschwendner.de

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12 Kommentare für "Teesorten: Schwarzer Tee oder Schwarztee"
Jörg am August 22nd, 2007 um 14:35 #

Da dies mein erster Beitrag ist….muss ich erstmal sagen , dass ich es immer wieder begrüße neue Blogs zu entdecken die sich mit Tee beschäftigen… weiter so.
Nun aber zu den obigen Ausführungen:
Auch wenn es oft zu lesen ist (aber doch immer wieder falsch) die Pflanze heißt Camellia Sinensis nicht SiMensis. Außerdem wird der Großteil des heutigen Schwarztees aus der Camellia Assamica oder zumindest einer Hybridform hergestellt. Erwähnung sollte auch finden, dass Schwarzer Tee nur hier in Europa Schwarzer Tee ist. In den Ursprungsländern heißt er Roter Tee. Dort ist dunkler/schwarzer Tee = PuErh Tee.
Achja was war jetzt mit der Überschrift? Im Beitrag wurde nicht geklärt ob Schwarztee oder Schwarzer Tee??? Dies nur ein paar Anmerkungen eines pedantisch-kautzigen Teeliebhaber.

Grüße

Jörg

admin am August 22nd, 2007 um 18:22 #

Hallo Jörg,

vielen Dank für Deine Ausführungen.
Dr. Tea nimmt Deine Anmerkungen natürlich gerne auf und ergänzt/korrigiert den Beitrag.

Wir freuen uns auf die weitere Diskussion mit Dir!

Zur Überschrift noch kurz: Damit sollte kein “entweder oder” gemeint sein, sondern einfach den unterschiedlichen Schreibweisen Rechnung getragen werden. Siehst Du Unterschiede zwischen “schwarzer Tee” und “Schwarztee”?

Liebe Grüße sendet Dr. Tea

Jörg am August 23rd, 2007 um 10:13 #

Ich freue mich auch auf weitere Diskussionen und wollte hier nich gleich mit erhobenem Zeigefinger einsteigen, aber irgenwie hat es mich dann doch gejuckt und ich musste meinen Senf dazugeben. Was die Übersschrift betrifft so sehe ich es ähnlich wie Ihr einfach nur eine ander Schreibweise aber sonst keine Unterschiede.

Gruß

jörg

Sven am September 9th, 2007 um 19:23 #

<p>Was Hat es eigentlich mit den Nummern beim Schwarztee auf sich?<br />
Auf der packung steht z.B. N°1024</p>
<p>Gruß </p>
<p>Sven</p>

admin am September 11th, 2007 um 08:59 #

Hallo Sven,

kannst Du Deine Frage ein bißchen präzisieren? Auf welcher Packung ganz konkret steht diese Zahl? WO auf der Verpackung steht sie? Werden die Angaben von verschiedenen Herstellern gleich gemacht?

Dann geht Dr. Tea der Geschichte einmal auf den Grund :-)

In diesem Sinne grüßt Dr. Tea!

Günther Ahrens am Oktober 7th, 2007 um 11:28 #

eine Ärztin sagte mir, daß der regelmäßige Genuß von schwarzem Tee (und auch grünen) Magenkrebs verursachen kann. Ich trinke z. B. täglich einen Liter davon.
was ist da dran? Kann das jemand bestätigen?

admin am Oktober 7th, 2007 um 11:44 #

Hallo Günther,

ich kann die Aussage ihrer Ärztin, so sie denn wie wiedergegeben gefallen ist, nicht nachvollziehen – alles, was ich bislang las, deutet eher darauf hin, dass Tee vor Magenkrebs schützt, als dass es diesen verursacht.

Hier ein paar Links dazu:
http://www.ernaehrgesund.de/dossiers/krebsernaehrung/magenkrebs.html

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/153868

Vielleicht lesen hier Ärzte und Forscher mit, die noch bessere Informationen zur Verfügung stellen können?

In diesem Sinne grüßt Euer Dr. Tea

Martin am März 7th, 2008 um 02:17 #

Hallo,

ich erinner mich an meine Kindheit, dass meine Eltern mir verboten haben Schwarzen Tee zu trinken, weil er ungesund ist. Mir wurd auch immer erzähl das Koffein ungesund ist. Wie verhält sich das Koffein im Kindskörper?

Jörg am März 8th, 2008 um 15:53 #

Hallo Martin,
“allein die Dosis macht das Gift” (Paracelsus). Deshalb läßt sich darüber streiten, ob Koffein ungesund ist oder nicht. Chemisch gesehen blockiert Koffein die Adenosienrezeptoren im Gehirn. Adenosin selbst regelt unter anderem die Wach/Schlafphasen des Menschen. Kinder reagieren auf diese äußere Stimulation mit “Fremdstoffen” sicherlich erheblich stärker als Erwachsene und man sollte generell vorsichtig sein was man seinen Kindern verabreicht. Andererseits trinken auch schon die “Kleinsten” in den asiatischen Ländern Tee und es schaffen doch einige von ihnen ins Erwachsenenalter zu kommen ohne irgendwelche nachgesagten Negativauffälligkeiten auszubilden (Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, Nervosität usw.). Deshalb würde ich Tee als Nahrungsmittel für Kinder nie so einseitig verteufeln wie das allgemein hier in Europa von Seiten der Öffentlichkeit getan wird. Ich möchte dennoch gleich ein “ABER” hinterherschicken. Jeder Mensch reagiert anders auf die verschiedensten Lebensmittel. Einen allgemeinen Fahrplan was sind gute was schlechte Nahrungsmittel, was verlängert womöglich das Leben was verkürzt es, gibt es nicht. Weder irgendeine Diät kann für sich den Anspruch erheben für alle verheisungsvoll zu sein, noch kann man sagen, dass z.B. Fette grundsätzlich zur Dickleibigkeit führen. Ich halte es immernoch für das Beste in Sachen Ernährung auf sein Inneres zu hören. Meistens sind die Signale die der Körper aussendet relativ präzise mit ihren Ansprüchen an die Ernährung. Will sagen hör auf das was der Körper will und braucht. er. Iss dass was du für dich für wichtig hälst. Das Problem ist nur, dass wir meist verlernt haben während unseres “Fressens” auch die STOP-Signale des Körpers zu hören. Wenn du merkst du wirst satt, dann hör auch auf zu essen. Unabhängig davon, ob der Teller bspw.noch halb voll ist. Wenn dir etwas schmeckt iss es ruhig, mach dir aber Gedanken darüber wieviel davon wirklich sein müssen. Interessanterweise haben gerade Kinder genau diese Gespür was gut für sie ist und was nicht oftmals noch besser ausgeprägt als wir Erwachsene. Deshalb auch zurück zu deiner Frage wie verhält sich Koffein im Kindskörper. Wie oben bereits erwähnt wird es wesentlich stärker auf die Reize des Koffeins reagieren. Aber es ist eben auch gleichzeitig eine Frage, von welchem “Kindskörper” gehen wir aus? Einem Säugling oder gar einem Jugendlichen? In den meisten Fällen in denen du einem Kleinkind Tee anbietest wird es ganz schnell wieder davon ablassen weil er ihm sowieso zu bitter ist. So what?

Gruß

Jörg

Hannah am Mai 15th, 2008 um 08:25 #

meine freundinnen und ich hatten heute eine kleine diskussion darüber ob schwarztee nun abführend oder eher stopfend wirkt. ich bin der festen meinung er wirkt ähnlich wie kaffee abführend, allerdings weiss ich auch dass empfohlen wird bei durchfall schwarztee zu trinken. was ist denn nun richtig??

Rih am Mai 17th, 2008 um 13:35 #

Hallo
Ich habe das zwar eher für Grünen Tee gelesen, aber wenn man Durchfall oder Magenprobleme hat soll man ihn einfach 10min ziehen lassen, dann werden die Tannine oder wie das wieder heißt herausgelöst und die wirken beruhigend auf den Magen.
Allerdings stelle ich es mir nicht so lustig vor Schwarztee 10min ziehen zu lassen.
Ich finde nämlich Grüntee wird nie bitter höchstens herb, bei Schwarztee ist das anders.
Wenn man ihn kurz ziehen lässt entfaltet das Koffein eine stärkere Wirkung und mit mehr Adrenalin im Blut ist es vielleicht so wie vor einer Prüfung, dass man mal schnell auf die Toilette springen muss.

funda am Februar 4th, 2010 um 22:49 #

Hallo, ich finde es gut das die Informationen sehr ausführlich sind, aber was noch besser wäre, wenn sie noch einen Video über die Herstellung zeigen könnten. Leider muss ich einen Referat über das Thema halten aber ich finde keinen Video von der Herstellung :( p.s die Informationen sind sehr hilfsreich für meinen Refarat :)

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